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Japan

Wenn wir Begriffe wie Samurai, Sushi, Onsen, Shinkansen, Sumo oder Kirschblüte hören, erkennen wir sofort: Es geht um Japan. Mit einer Einwohnerzahl von 124 Millionen gehört Japan zu einem der Länder mit der weltweit höchsten Bevölkerungsdichte. Der Inselstaat liegt im ostasiatischen Pazifik und grenzt im Norden an Russland, im Westen an Nord- und Südkorea und im Südwesten an China.

Die Hauptstadt Japans ist die Stadt Tokio. Sie liegt auf der Insel Honshū. Neben Honshū, das gemeinsam mit Hokkaidō, Kyūshū und Shikoku zu den größten Inseln Japans zählt, besteht Japan aus insgesamt knapp 6.900 Inseln. Die Population des Inselstaats besteht zu 99% aus Japanern. Die restliche Bevölkerung stellt sich vorwiegend aus Koreanern, Chinesen und Philippinern zusammen.

Politisch gesehen herrscht in Japan eine parlamentarisch-demokratische Erbmonarchie, d.h. ein demokratisches System, in dem das Parlament das gesetzgebende Organ darstellt. Der Kaiser führt nur symbolisch die Rolle des Staatsoberhaupts aus und ist ausschließlich repräsentativ tätig.

Wirtschaftlich ist Japan sehr weit entwickelt. Es hat das weltweit gesehen vierthöchste Bruttoinlandsprodukt und gehört zu den sieben größten Industrienationen der Welt. Neben Rohöl exportiert Japan vor allem Autos, industrielle Drucker sowie PCs und ist in der Herstellung von Fracht- und Personenschiffen weltweit führend.

Gewerkschaften

Eine Gewerkschaft ist eine Vereinigung der Arbeitnehmer zur Verbesserung von Arbeitsverhältnissen sowie zur Vertretung von Interessen der Arbeitnehmer. In Deutschland gab es gewerkschaftsähnliche Vereinigungen bereits in den Jahren 1830-1848. In Japan erfolgten erste Versuche, Gewerkschaften zu gründen, hingegen erst zwischen 1950-1960. Die Ziele von Gewerkschaften sind weltweit gleich: die Arbeitnehmer schützen, die Arbeitsverhältnisse verbessern und die Interessen der Arbeitnehmer vertreten.

Gewerkschaften in Japan

Bei Gewerkschaften in Japan handelt es sich, anders als in den USA oder in europäischen Ländern, nicht um Industrie- sondern um Betriebsgewerkschaften. Dazu gibt es eine gesetzliche Regelung in der Verfassung. In der Öffentlichkeit vertreten die Gewerkschaften in Japan die Interessen beider Parteien – der Arbeitnehmer und Arbeitgeber – und dienen hauptsächlich zur Unterstützung der beidseitigen Zusammenarbeit. Sie haben jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsverhältnisse. Auch dürfen die Gewerkschaften keine Tarifverhandlungen führen, da diese auf Betriebsebene geführt werden. Viele Unternehmen richten sich jedoch bei Grundgehältern, Zulagen und Boni nach der Shuntō.

Als Shuntō wird die Frühjahrsoffensive bezeichnet, die seit 1955 jedes Jahr durchgeführt wird. Dabei versuchen die Gewerkschaften, öffentlich – u.a. mittels Demonstrationen – auf die Interessen der Arbeitnehmer hinzuweisen. Die Frühjahrsoffensive findet von Anfang Februar bis Ende März statt, da der Monat April der Beginn eines Arbeitsjahres in Japan ist.

Obwohl die Gewerkschaften in ihren Gründungsjahren überaus angesehen waren, gehen sie, wie auch in anderen Länder, stetig zurück. Die Zahl der Mitglieder sinkt in Japan bereits seit den Sechzigerjahren. Gründe dafür sind wirtschaftliche Ereignisse, wie etwa die Ölkrise im Jahr 1973, aber auch Entwicklungen in den Beschäftigungsarten, wie die Verlagerung von einer produzierenden auf eine Servicebranche bzw. der wachsende Anteil von Teilzeit- und Leiharbeitskräften. Im Vergleich zu Vollzeitarbeitskräften, die eher einer Gewerkschaft angehören, ist der Anteil an Teilzeitkräften in Betrieben in den letzten Jahren stark angestiegen.

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