Dieser Artikel befasst sich mit der Meiji-Zeit in Japan, die als Herrschaftsperiode von Mutsuhito definiert ist und die Jahre 1868-1912 umfasst. Der Begriff ,,Meiji” bedeutet übersetzt ,,aufgeklärte Herrschaft”. Unter der Meiji-Restauration begann Japan, sich von einem rückständigen Feudalstaat zu einer global bedeutsamen und modernen Großmacht zu entwickeln. Diese Zeit ist somit sehr bedeutend für die japanische Geschichte, aber auch für die politischen Entwicklungen auf der gesamten Welt.

Militärische und politische Entwicklungen

Als Mutsuhito an die Macht kam, begann er umgehend mit der Umsetzung verschiedener Reformen, welche er in seinen fünf Artikeln angekündigt hatte. Das damit in Zusammenhang stehende, neue Motto ,,reiches Land, starke Armee” beschreibt deutlich den militärisch orientierten Kurs, den Japan ansteuerte.

Für das politische System Japans waren Mutsuhitos Innovationen von großer Bedeutung, denn es traten viele wesentliche Veränderungen ein. Zunächst schaffte er feudalistische Strukturen der Landesverwaltung ab. Der Adel wurde zwar nicht abgeschafft, die traditionelle Ständeordnung, die die gesellschaftlichen Strukturen Japans bis dato ausgezeichnet hatte, verlor jedoch an Bedeutung. Dafür bildete sich jedoch schnell eine Oligarchie heraus, die während der gesamten Meiji-Periode bis ins Jahr 1912 einen großen Einfluss auf das politische Geschehen Japans hatte.

Missionen und Schulpflicht

Japan hatte es sich zur Aufgabe gemacht, an die europäischen Länder anzuschließen und zwar in politischer, vor allem aber wirtschaftlicher Hinsicht. Entsprechend wurde dafür gesorgt, dass man Kontakte ins Ausland knüpfte und diese ausweitete – auch die USA erschienen plötzlich auf der Bildfläche. So geschah es beispielsweise, dass die ersten Banknoten des Yen in Deutschland – in Frankfurt am Main – gedruckt wurden. Zusätzlich wurden viele japanische Studenten nach Europa entsendet, um dort zu studieren und ihr technisches Wissen zu erweitern. Man holte aber auch Experten nach Japan, die ebenfalls wichtiges und umfassendes militärisches und technisches Wissen in das Land importierten.

Eine weitere wichtige Reform stellte die Einführung der Schulpflicht dar. Die arme Landbevölkerung protestierte zwar dagegen, da sie das Geld für die Schulgebühren häufig nicht aufbringen konnte, dennoch setzte sich diese Maßnahme durch. Dieser Schritt war sehr wichtig, da die extremen Bildungsunterschiede, die nicht zuletzt Resultat der traditionellen Ständeordnung waren, dadurch minimiert werden konnten.

Japanische Volksparteien

Japan entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit von einer Monarchie zur konstitutionellen Monarchie. Die neue Verfassung wurde im Jahr 1889 verabschiedet und galt bis 1946.

Das Volk konnte und wollte mitbestimmen. Dies zeigt sich besonders in der Entwicklung von Volksparteien. Wichtig ist an dieser Stelle vor allem die ,,Bewegung für Freiheit und Bürgerrechte”. Daneben gab es noch die konservativen Oligarchen, die die demokratischen Strömungen ablehnten und selbst eine Partei gründeten: die Partei der Kaiserlichen Herrschaft. Letztlich hatten die Meiji-Oligarchen weitaus mehr Einfluss auf die politischen Geschehnisse als die Volksparteien, es wurden aber auch Zugeständnisse an die Demokratiebewegung gemacht. So entstand zum Beispiel ein Parlament, das sich an dem Aufbau des britischen Parlaments orientierte.

Gewerkschaften

Neben der Demokratiebewegung spielten politisch gesehen nach 1890 auch die ersten Gewerkschaften eine wichtige Rolle. Vorher war die Arbeiterbewegung sehr schwach und hatte kaum bis gar keinen Einfluss auf die politischen Entwicklungen. Doch mit den Jahren konnte sie zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Während der Meiji-Zeit gab es vor allem in der Textil- und Bergwerkindustrie viele Konflikte. Es kam zu kleineren Streiks und Aufständen, die als Antwort auf die rasante Industrialisierung zu sehen sind. Im Jahr 1898 gelang es den streikenden Arbeitern, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Lohnsteigerungen zu erreichen. Seit dem Jahr 1991 besteht das Gewerkschaftssystem vornehmlich aus drei großen Verbänden: Rengō, Zenroren und Zenrokyo.