Japaner sind ganz verrückt nach Gambling und Spielautomaten – sie lieben es zu zocken. Nach gegenwärtiger Rechtslage sind jedoch sowohl das Glücksspiel als auch Casinos in Japan offiziell verboten. Dieses Verbot regelt Paragraph 23 des japanischen Strafgesetzbuches. Japan gehört damit zu den wenigen Industrienationen, in denen das Glücksspiel offiziell untersagt ist. Trotzdem oder gerade deshalb erfreut sich Gambling nach wie vor ganz besonderer Beliebtheit im Land des Lächelns. Die Japaner haben schließlich schon vor Tausenden von Jahren mit einer Art des Glücksspiels begonnen.

Wetten und Lotto

Pferde und Sportwetten ohne Einzahlung sind in Japan durchaus erlaubt, ebenso Wetten auf Ergebnisse im Motorsport. Der Rennsport, darunter besonders die Formel 1, erfreut sich in Japan traditionell sehr großer Beliebtheit. Auch das Lottospiel ist weit verbreitet und wird schon seit dem 17. Jahrhundert kultiviert. Dabei gehört der beliebte „Jumbo Draw“ zu den Lotterien mit den höchsten Gewinnausschüttungen. Die Spielscheine für den „Jumbo Draw“ sind ausschließlich in Filialen der Bank Mizuho erhältlich.

Pachinko-Spielhallen

Not macht erfinderisch, könnte man an dieser Stelle behaupten. Die Japaner vergnügen sich, anstatt in Casinos, in ihren zahlreichen, bunt beleuchteten Pachinko-Spielhallen, in denen oft mehrere hundert Pachinko-Automaten stehen. Das legale und weitverbreitete Pachinko-Spiel geht auf die 1920er Jahre zurück. Damals funktionierten die Automaten jedoch noch rein mechanisch.

Als Pachinko-Spieler kauft man vor dem Spiel viele kleine Metallkugeln. Es können sogar Hunderte sein! Diese werden in den Automaten eingeworfen. Mit einem Hebel lässt sich die Geschwindigkeit der Kugeln bestimmen, die dann – ähnlich wie bei einem Flipperautomaten – auf das Spielfeld geschossen werden. Die Kugeln rollen durch ein Labyrinth aus Stoppern, Klappen und Kanälen. Die meisten Kugeln fallen dabei als Nieten unten durch, einige aber treffen eines der Speziallöcher. Diese sind dann die Gewinnkugeln.

Als Preise gibt es meist zusätzliche Freikugeln oder kleine Sachpreise. Geldgewinne sind gesetzlich verboten. Seit es Online-Casinos gibt und Reisen in die ostasiatischen Glücksspiel-Paradiese auch für Japaner erschwinglich geworden sind, hat die Bedeutung der Pachinko-Hallen stark nachgelassen. Etwa 70% aller Pachinko-Hallen in Japan stehen heute unter koreanischer Leitung.

Gambling-Reisen nach Macao und Singapur

Japaner, die sich hinsichtlich des Glücksspiels lieber einen Roulette- oder Kartentisch wünschen, müssen in die Glücksspiel-Paradiese Macao und Singapur reisen, notfalls auch nach Südkorea. In Macao konnten die Casinos in den vergangenen Jahren Einnahmen in Höhe von über 50 Milliarden Dollar verzeichnen. In Singapur war das Glücksspiel bis 2010 verboten, heute erfreuen sich jedoch zwei große Casinos aus Las Vegas in Singapur größter Beliebtheit und machen jährlich Gewinne, die im einstelligen Millionenbereich angesiedelt sind. Auch der Staat freut sich sehr über die zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Casinos.

Inzwischen haben die Japaner aber auch die Möglichkeit, in den mittlerweile rund 180 unterschiedlichen Online-Casinos ihr Glück zu suchen – und das bequem am Computer von zu Hause aus.

Ein Blick in die Zukunft

Der japanische Ministerpräsident Tarō Asō hat sich dafür ausgesprochen, Casinos in Japan künftig zu erlauben, um den Tourismus im Land zu fördern. Hier könnten in der Tat viele neue Arbeitsplätze entstehen. Im April 2016 wurde ein entsprechender Gesetzesvorschlag von den Parlamentariern verabschiedet. Eigentlich sollen bis 2020 die ersten Casinos in Japan zugelassen werden. Dies würde mit der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele zusammenfallen, die 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio ausgetragen werden. Wahrscheinlich wird es aber noch bis 2023 dauern, bis wirklich das erste Casino in Japan seine Türen öffnet. Geplant sind zunächst drei Casinos, die in allgemeine Vergnügungszentren eingebettet werden sollen.