Gründe für geringere Mitgliedszahlen

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Gründe systematischer Natur

Zuerst sei ein Problem genannt, dass sich aus dem System der 'enterprise unions' ergibt; Dieses System enthält keinerlei Mechanismus, um den Aufbau neuer Gewerkschaften in neuen Unternehmen zu gewährleisten. Über die Jahrzehnte sind alte Unternehmen pleite gegangen und neue enstanden; das ist der normale Kreislauf der Wirtschaft. Nur haben praktisch alle neuen Unternehmen keine Gewerkschaften.

Doch das Problem ist breiter: Innerhalb von größeren Unternehmen oder Konzerne werden Gewerkschaften umgangen, in dem Arbeiter innerhalb des 'internen Arbeitsmarktes' auslagert (durch Unterverträge). Wird eine neue Tochter- oder Zulieferergesellschaft innerhalb eines Konzerns aufgebaut, gibt es grundsätzlich zwei Optionen. Entweder es gibt ein Union Shop Agreement (Erklärung dazu siehe Seite 1) oder es gibt keines. Sollte es keines geben, besteht eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeiter in der neuen Tochtergesellschaft keine Gewerkschaftsmitglieder werden. Sollte jedoch ein solches Agreement bestehen, kann es sein, dass das Management derart Druck ausübt, dass sich eine neue, eigene Gewerkschaft auf der Ebene der Tochtergesellschaft bildet. Diese neue Gewerkschaft ist losgelöst von der Muttergesellschafts-Gewerkschaft und nur durch eine Roren verbunden.

Die neue Gewerkschaft, erlaubt dem Management später, mit verschiedenen Gewerkschaften verschiedene Abkommen zu verhandeln.

Auf diese Weise werden dann Arbeiter in Tochtergesellschaft, die in Japan weniger Prestige haben, mit weniger Gehalt abgespeist, als jene die in der Muttergesellschaft arbeiten. Das "Weniger an Prestige", dass eine Anstellung bei einer Tochterfirma mit sich bringt, rechtfertigt dieses Management Verhalten innerhalb der japanischen Gesellschaft.

Einige Akademiker halten dieses "Outsourcing" innerhalb des Konzerns für den Hauptgrund für den Mitgliederrückgang bei japanischen Gewerkschaften (vgl. Freeman & Rebick 1989). Deshalb wollen wir auf diesen Punkt ein wenig mehr beleuchten und empirisch untermauern.

Zuallerst sei das japanische Gesundheits-, Arbeits- und Wohlfahrtsministerium als Quelle genannt (für genaue Angaben, siehe "Quellen"). Laut den jährlich vom Ministerium durchgeführten Umfragen von ca. 3000 Unternehmen (die mehr als 100 Beschäftigte haben), ist in den 1990er Jahren der Unterschied zwischen den besten Gehaltsrunden (hohe Gehaltserhöhung) und den schlechtesten Gehaltsrunden (geringe Gehaltserhöhung) durchweg gestiegen. Auffällig ist, dass insbesondere Ende der 90er die Unterschiede massiv zunehmen. Aktuelle Daten werden vom Ministerium offenbar nicht erhoben oder nicht veröffentlicht.

Zur weiteren empirischen Untermauerung werden Case Studies herangezogen. Diese werden von Herrn Sako (2006) detailliert ausgeführt. Dabei werden die Konzerne Nissan und Toyota betrachtet. Diese Unternehmen sind gute Beispiele für unsere Betrachtungen. Das liegt darin begründet, dass sie als international agierende und massiv exportierende Autobauer sich die meisten Sorgen um internationale Konkurrenten machen müssen und sie gleichzeitig Großarbeitgeber in Japan sind. Durch diese Faktoren werden Konzerne wie Nissan oder Toyota Hauptakteuren beim Gerangel um Gehaltserhöhungen bei den alljährlichen Verhandlungen. Weiterlesen.